Erfolg durch Vernetzung

(Heidelberg, 04.11.2008) Trägerübergreifende Fachberatertagung am 04./05.11.2008 im Berufsförderungswerk Heidelberg
Am 04. und 05.11.2008 fand im Berufsförderungswerk Heidelberg eine trägerübergreifende Fachberatertagung statt. Unter Leitung von Herrn Ersten Direktor Hubert Seiter beschäftigten sich die Reha-Fachleute insbesondere mit den Themen Intergrationsfachdienste, Persönliches Budget sowie mit Fragen der Fortentwicklung der beruflichen Rehabilitation. Die gemeinsame trägerübergreifende Reha-Fachberatertagung trägt entscheidend dazu bei die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Versicherungszweigen zu optimieren und die Entwicklung von innovativen bedarfsgerechten Angeboten voranzubringen.
Seit der Organisationsreform in der gesetzlichen Rentenversicherung führen die Reha-Fachberater der Deutschen Rentenversicherung Bund und der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg regelmäßig gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen durch. In diesem Jahr wurde der Kreis der Reha-Fachberater, die an der trägerübergreifenden Reha-Fachberatertagung teilnehmen, um Reha-Fachberater der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung erweitert. Darüber hinaus wirkten Reha-Fachleute des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales Baden-Württemberg und der Integrations-fachdienste an der Veranstaltung mit.
Als Gastgeber der Veranstaltung begrüßte Hans-Joachim Eucker, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der SRH Holding, am 04.11.2008 die Teilnehmer im Berufsförderungswerk Heidelberg. Danach führten Wolfgang Wehowsky – Abteilungsleiter der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, Rainer Kranzusch – Fachbereichsleiter der Deutschen Rentenversicherung Bund, Thomas Köhler – Landesdirektor der DGUV Landesverband Südwest und Renate Schmidt von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit Baden-Württemberg in die Thematik ein. Fachreferenten der verschiedenen Sozialversicherungszweige beleuchteten die Thematik „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ aus den verschiedenen Blickwinkeln der Reha-Träger. Dabei wurde übereinstimmend festgestellt, dass sich das leistungsfähige System der beruflichen Rehabilitation in der Bundesrepublik Deutschland bewährt hat und durch eine verbesserte Kooperation zwischen den verschiedenen Reha-Trägern und den Leistungsanbietern bedarfsgerecht weiterentwickelt werden kann.

Am Nachmittag stellte Berthold Deutsch, Referatsleiter des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales Baden-Württemberg die Aufgaben des Integrationsamtes und die Leistungen der Integrationsfachdienste in Baden-Württemberg vor. Die Reha-Fachberater erarbeiteten danach in Workshops anhand von Echtfällen Vorgehensweisen, wie eine möglichst optimale Zusammenarbeit zwischen den Rehabilitationsträgern und den Integrationsfachdiensten erreicht werden kann. In der darauffolgenden Podiumsdiskussion mit Fachleuten der Rehabilitationsträgern und dem Publikum wurden erste Ergebnisse herausgearbeitet. Als Fazit der Podiumsdiskussion kann festgehalten werden, dass sich die Rehabilitationsträger und das Integrationsamt Anfang 2009 im Rahmen des Landeskoordinierungsausschusses für die Integrationsfachdienste zusammensetzen werden, um eine Verfahrensabsprache zur gemeinsamen Empfehlung „Integrationsfachdienste“, die auf Ebene der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation verabschiedet wurde, zu entwickeln. Die neuen Regelungen werden dazu beitragen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Rehabilitationsträgern und den Integrationsfachdiensten weiter optimiert wird. Die Verfahrensabsprache wird ganz konkret die Situation von behinderten Menschen verbessern, die auf die Unterstützung durch die Integrationsfachdienste angewiesen sind.
Am zweiten Tag der Veranstaltung stellte Markus Hertrich, der Geschäftsführer des Berufsförderungswerkes Heidelberg und sein Team die Leistungsfähigkeit des Berufsförderungswerkes Heidelberg unter Beweis. Dabei kamen in erster Linie behinderte Menschen zum Wort, die über ihre Erfahrungen im Berufsförderungswerk Heidelberg berichteten. Für die Reha-Fachberater wurde somit anschaulich, wie die Rehabilitation z. B. von schwer körperbehinderten Menschen, von blinden und hörbehinderten Menschen sowie von Menschen mit schwerem Schmerzsyndrom im Berufsförderungswerk Heidelberg abläuft. Darüber hinaus stellte Markus Hertrich die Erfolge der baden-württembergischen Berufsförderungswerke bei der Einrichtung von bedarfsgerechten regionalen Außenstellen in der Region dar. Mit dem Produkt RehaStep, das gemeinsam von allen Berufsförderungswerken in Baden-Württemberg entwickelt wurde, konnte bereits ein nahezu flächendeckendes Netz von qualifizierten beruflichen Leistungen in Baden-Württemberg geschaffen werden. Die auf rasche Integration ausgerichteten RehaStep-Außenstellen werden gemeinsam von allen Reha-Trägern in Anspruch genommen.
Schwerpunktthema des zweiten Tagungstages war das Persönliche Budget, das aus Sicht der einzelnen Leistungsträger beleuchtet und deren praktische Umsetzung diskutiert wurde. Hubert Seiter, Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, moderierte die Beiträge der Fachleute der einzelnen Rehabilitationsträger und leitete danach die Podiumsdiskussion. Die neue Leistungsform „Persönliches Budget“ eröffnet den behinderten Menschen mehr Gestaltungsspielräume und fördert dadurch ihre Eigeninitiative. Es gilt daher die Leis-tungsform bekannter zu machen und das „Persönliche Budget“ zu einem Regelangebot zu entwickeln.
Nach der Mittagspause informierte Renate Schmidt von der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit über die Initiativen der Bundesagentur zur Eingliede-rung älterer Arbeitnehmer. Danach stellte Dr. Friedrich Mehrhoff von der Deutschen Gesetzli-chen Unfallversicherung das Vorgehen der gesetzlichen Unfallversicherung im Bereich des „Disability Management“ vor.
Hubert Seiter moderierte abschließend die Abschlussdiskussion der Tagungsteilnehmer. Die gemeinsame, trägerübergreifende Reha-Fachberaterveranstaltung wurde von den Reha-Fachberatern ausdrücklich begrüßt, da Sie dazu beiträgt die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Versicherungszweigen erheblich zu verbessern. Die trägerübergreifenden Veranstaltungen fördern zudem die Entwicklung von innovativen, bedarfsgerechten Angeboten. Man war sich daher einig, dass die trägerübergreifenden Veranstaltungen im nächsten Jahr fortgesetzt und ggf. um weitere Rehabilitationsfachkräfte, z. B. unter Einbeziehung Optionskommunen und der gesetzlichen Krankenversicherung ergänzt werden sollen.
Autor: Michael Gross

















