Berufliche Rehabilitation HeidelbergBerufliche Rehabilitation Heidelberg

Projekte

Das Berufsförderungswerk Heidelberg steht in ständigem Kontakt mit verschiedenen medizinischen Einrichtungen, Selbsthilfegruppen und Interessenverbänden. Daraus ergeben sich vielfältige Kooperationen, zum Teil auch in umfassenden Projekten. Diese haben das Ziel, besondere Fragestellungen aus Medizin und Bildung aufzunehmen und den Betroffenen neue Lösungswege aufzuzeigen.

So enstanden beispielsweise auch die aktuellen Projekte für Aphasikerinnen und Aphasiker, für Schmerzpatientinnen und Schmerzpatienten.

Heidelberger Aphasie-Modell (HAM)
„Schmerz“-Projekt



Heidelberger Aphasie-Modell (HAM)

Aphasie bedeutet „Verlust der Sprache“. Sie ist eine Sprachbehinderung, die häufig nach Hirnschädigungen wie Schlaganfall oder nach Unfällen ensteht. Die Folge sind Probleme beim Sprechen, beim Verstehen der Sprache, beim Lesen und Schreiben. Die Bewegungen und Handlungen sind ebenfalls beeinträchtigt, manchmal auch die Konzentration und das Gedächtnis.

Die Aphasie führt häufig zur Langzeit-Arbeitsunfähigkeit und nicht wenige Betroffene, auch jüngere, scheiden aus ihrem Beruf aus. Jedes Jahr kommen 80.000 neue Aphasiker hinzu, die allesamt besondere Konzepte zur beruflichen Rehabilitation benötigen.

Das Heidelberger Aphasie-Modell „HAM“ verzahnt Medizin und berufliche Qualifizierung. Nach einem sechswöchigen Assessment folgt die Aus- oder Weiterbildung, immer flankiert von  Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie und Neuropsychologie. Ziel ist die berufliche Integration, mitunter auch durch den Abschluss in einem neuen Beruf.

Das Modell wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Aphasie e.V. Würzburg entwickelt. Ansprechpartnerin ist Barbara Brender (barbara.brender@bfw.srh.de).


"Schmerz"

Das Krankheitsbild "Schmerz" unterscheidet die Gruppen Kopf-, Gesichts-, Rücken- und sonstige Schmerzerkrankungen in vielen einzelnen Schmerzarten. Der Schmerz chronifiziert sich meist schleichend, nach etwa drei Monaten. Chronifizierte Schmerzen machen sich durch ihr permanentes Auftreten bemerkbar. Vielfach suchen Schmerzpatientinnen und Schmerzpatienten wegen einer unklaren Diagnostik viele verschiedene Fachärzte auf.

Jede fünfte Erwerbsunfähigkeitsrente ist in Deutschland auf eine Schmerzerkrankung zurückzuführen. Somit gibt es enorme sozioökonomische Auswirkungen. Durch eine frühzeitige integrative Versorgung und Mobilisierung lassen sich psychosomatische Folgeerkrankungen verhindern und die volkswirtschaftlichen Kosten senken.

Schmerzpatienten durchlaufen im Rahmen der beruflichen Rehabilitation verschiedene Phasen. Diese bauen aufeinander auf und nehmen in ihrer therapeutischen Intensität ab. Parallel verstärkt sich die berufliche Qualifizierung. In Phase 1 begegnen sich das Erkennen der Schmerzproblematik und die medizinische, multimodale Versorgung als Schmerztherapie. Danach folgt in Phase 2 das Schmerz-Management in einer beruflich-orientierten Form und die Vorbereitung auf die Berufliche Rehabilitation in Phase 3, die mit der Nachsorge und der Integration abschließt.

Beteiligt sind während der Phasen 2 und 3 verschiedene Fachdienste und qualifiziertes Personal, Spezialisten aus Psychologie, Pflege, Physiotherapie und Case-Management. Alle Beteiligten kennen die besonderen Anforderung in der Behandlung von Schmerzpatientinnen und Schmerzpatienten.

Das "Schmerz"-Projekt entstand aus der Zusammenarbeit mit führenden Schmerztherapeutinnen und -therapeuten und verschiedenen Kliniken. Verantwortlich für das „Schmerz“-Projekt ist Anja Figge (anja.figge@bfw.srh.de).

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