BTZ Talk am 05.07.2012 in Wiesloch

(Wiesloch, 05.07.2012) Fakt ist, dass Social Media ein fester Bestandteil im Leben vieler Menschen geworden ist. Facebook, Twitter, oder Xing liegen im Trend, und das nicht nur privat. Immer mehr Menschen kommunizieren beruflich über Social Media, informieren sich und pflegen Netzwerke.
Viele große und auch kleine Unternehmen haben längst selbst Profile im Web 2.0. Personalsuche über Xing oder Facebook gehört zum Standard, Bewerber-Googeln ist Alltagsroutine. Bewerber stehen auf einmal vor vielen neuen Fragen:
Wie wichtig sind Facebook, Twitter & Co. wirklich beim Run auf die Jobs?
- Wie kann man Social Media Kanäle für Bewerbungen nutzen?
- Kann Social Media helfen, das eigene Netzwerk zu erweitern und so potentielle Arbeitgeber und Jobs zu finden, an die man gar nicht gedacht hat?
- Stöbern Personaler wirklich in sozialen Netzwerken?
- Ändern sich dadurch Bewerbung und Recruitingverfahren?
- Diese und weitere Fragen sind Thema beim BTZ Talk 2012.
- Die Journalistin Simone Janson beleuchtet in einem Vortrag die Möglichkeiten der Selbstvermarktung im Social Web.
Bewerbung im Netz: BTZ Talk informierte über die Chancen und Risiken von Social Media
Regine Heidorn hat dreimal ihr Studium abgebrochen und eine IT-Ausbildung sausen lassen. Trotzdem ließen sie Computer nicht los. Auf Twitter tauschte sie sich mit anderen über ihre Hobbys aus – und bekam ein Jobangebot. Heute arbeitet Heidorn erfolgreich als Programmiererin und Dozentin, ganz ohne Ausbildung.
Warum es sich lohnt, wie Regine Heidorn im Netz aktiv zu sein, zeigte der Talk des Beruflichen Trainingszentrums Rhein-Neckar in Wiesloch. Die Moderatoren Barbara Amann und Frank Schäfer hatten Bewerber, Unternehmer und Arbeitsmarktexperten eingeladen, sich über die Chancen und Risiken für Bewerbungen im Web 2.0 zu informieren. Und das Thema kam an: Über 300 Interessenten füllten den Hörsaal der MLP AG in Wiesloch.
„Im Netz kann sich jeder effizient selbst vermarkten. Hier steht die Persönlichkeit und nicht der Abschluss im Vordergrund“, betonte die Journalistin und Social-Media-Expertin Simone Janson in ihrem Eingangsvortrag. Das heißt für Janson aber nicht, sich im Netz wie ein offenes Buch zu verhalten. „Es gibt keinen digitalen Radiergummi. Deshalb sollte man in sozialen Netzwerken nichts posten, was man nicht groß an eine Wand schreiben würde.“
Denn auch Unternehmen sind im Netz auf Bewerbersuche, bestätigte Jürgen Schwarz. Für den Betriebsleiter der Wieslocher Firma Kissel und Wolf ist es Alltag, vielversprechende Kandidaten für eine Stelle zu googeln, um etwa Lebensläufe zu überprüfen. Noch wichtiger sind ihm allerdings seriöse und vollständige Bewerbungen per Post oder Mail. „Partybilder auf Facebook sind Privatsache. Was dagegen gar nicht geht ist eine Mailadresse wie hoppelhase@gmx.de. Kommt aber immer wieder vor“, schmunzelte Schwarz.
„Soziale Netzwerke sind eine sinnvolle Ergänzung, aber nie die einzige Strategie“, bestätigte Gerhard Miroll, Rehaberater bei der Agentur für Arbeit in Heidelberg. Kerstin Schmidt (Name geändert), Absolventin des BTZ Stuttgart, ist selbst in sozialen Netzwerken aktiv und empfahl, seine Zeit in sozialen Netzwerken zu begrenzen, damit man sich nicht verzettelt. Tim Friesendorf, Social Media-Beauftragter bei MLP, gab Tipps, für wen welche Plattform geeignet ist und was Unternehmen beachten sollten.
Trotzdem sind für Bewerber noch viele Fragen offen, das zeigte die anschließende Diskussion. Ein Thema war für die BTZ-Teilnehmer der Umgang mit der eigenen Krankheit. Generell rieten die Experten, offen auf Unternehmen zuzugehen und einmal auszuprobieren, welche Kontakte sich über soziale Netzwerke ergeben. Außerdem ist es sinnvoll, Freunde in die Jobsuche mit einzubeziehen.
Das Wichtigste ist allerdings, online gewonnene Kontakte „offline“ zu vertiefen, darin war sich das gesamte Podium einig. Deshalb nutzte Jürgen Schwarz gleich die Gelegenheit: „Wenn ich schon mal hier bin: Wir suchen dringend Lagerarbeiter und Chemikanten. Sprechen Sie mich an, dann tauschen wir unsere Kontaktdaten aus!“

