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Knuddeln ist gesund

(Wiesloch, 18.01.2012) Am 21. Januar ist Welttag des Knuddelns. Wie wichtig eine liebevolle Umarmung ist, erklärt Psychologe Christoph Lauer vom SRH Beruflichen Trainingszentrum Rhein-Neckar.

Wenn draußen beißende Kälte unter die Klamotten kriecht, sehnt sich jeder nach etwas Wärme. Abgesehen von der Heizung ist es besonders schön, sich dieses Gefühl gegenseitig in einer Umarmung zu spenden. Damit mehr Menschen in kalten Tagen ihre Zuneigung zeigen, hat der amerikanische Pfarrer Kevin Zabourney am 21. Januar 1986 erstmals den „Tag des Knuddelns“ (National Hugging Day) ausgerufen. Seitdem nutzen immer mehr Leute weltweit diesen Tag, um Freunde und Familie mal kräftig zu drücken.

Hinter dieser ungewöhnlichen Idee steckt ein lebensnotwendiges Bedürfnis, sagt Christoph Lauer vom SRH Beruflichen Trainingszentrum Rhein-Neckar in Wiesloch. Der Psychologe hilft Erwachsenen nach Burnout und anderen psychischen Erkrankungen zurück in den Beruf. Dadurch weiß er, wie gut Körperkontakt helfen kann, Krisen zu meistern.

Bereits als Kind beeinflussen liebevolle Umarmungen unseren Umgang mit Stress. Dafür sprechen Studien an Rhesusaffen. Kleine Äffchen, die mit einer Stoffpuppe als Mutter aufwuchsen, kuschelten sich in Angstsituationen automatisch an die Attrappe. Trotzdem konnte das leblose Stofftier nicht die echte Mutter ersetzen. „Als Erwachsene haben diese Affen ihre eigenen Kinder sehr rabiat behandelt. Diese Ergebnisse lassen sich zwar nicht vollständig auf den Menschen übertragen, aber sie legen nahe, dass gegenseitige körperliche Nähe die Entwicklung sozialer Fähigkeiten fördert“, sagt Lauer.

Genau wie die Äffchen im Experiment suchen Kinder bei einer Umarmung Schutz. „Sie merken: Es ist jemand da, der mich in schwierigen Situationen auffängt. Dieses Gefühl hilft uns auch noch, wenn wir längst erwachsen sind“, sagt Lauer. Nach seiner Erfahrung sind Menschen dann besser in der Lage, mit Stress umzugehen und etwa schwere berufliche Krisen zu verarbeiten.

Wie gerne jemand geknuddelt wird, ist individuell verschieden. Manche Menschen zeigen ihre Zuneigung lieber anders oder tun sich mit Körperkontakt generell schwer. „Das sollte man dann auch akzeptieren. Trotzdem sind Umarmungen eine besondere Erfahrung. Genauso wenig, wie ich mich selbst kitzeln kann, kann ich dieses Gefühl der Nähe alleine herbeiführen“, sagt Lauer. Und wer sich zum Weltknuddeltag ein paar Freunde einlädt, spart vielleicht sogar Heizkosten.


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