Für die Digitalisierung ausbilden

02.08.2018

Digitalisierung macht die Arbeit vernetzter und flexibler, stellt damit aber ganz neue Anforderungen an die Belastbarkeit der Mitarbeiter. Wie berufliche Reha hier unterstützen kann, diskutierte der Sprecher für berufliche Bildung der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Jens Brandenburg, in der SRH Berufliche Rehabilitation in Heidelberg.


Foto: Dr. Jens Brandenburg zu Besuch in der SRH Berufliche Rehabilitation

Diskutierten über berufliche Bildung in Zeiten der Digitalisierung: Dr. Jens Brandenburg, MdB (3.v.l.), mit Bereichsleiterin Denise Kühnreich, Geschäftsführer Thomas Windolf, Bereichsleiter Andreas Brodersen und Christian Haas (Kommunikation, v.l.)

Endlich mal raus: Im Sommer wollen sich viele vom anstrengenden Alltag erholen. Ständige Erreichbarkeit und geforderte Flexibilität erhöhen den Stress. In der digitalen Arbeitswelt verschwimmen gleichzeitig die Grenzen von Arbeit und Freizeit. Das kann ein Risiko für die Gesundheit sein: Jede zweite Frührente hat mittlerweile psychische Ursachen, zeigen Daten der Deutschen Rentenversicherung.

„Wie können wir denen, die durch Krankheit oder Unfall ausfallen, wieder eine Perspektive bieten? Dafür müssen wir die berufliche Bildung attraktiv für alle machen“, sagte der Walldorfer Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Brandenburg bei einem Besuch in Heidelberg.

Welche Möglichkeiten es dafür in der digitalen Arbeitswelt gibt, darüber informierte er sich am Donnerstag (26. Juli) in der SRH Berufliche Rehabilitation. Das Unternehmen unterstützt Menschen, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben mussten, beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben.

Die Teilnehmer der SRH Berufliche Reha lernen an modernen Arbeitsplätzen, ausgerichtet an den Anforderungen der Wirtschaft. Maschinenbautechniker entwickeln in Praxisprojekten etwa 3D-Drucker weiter, um später optimal mit der Technik arbeiten zu können. Mobile Lernplattformen ermöglichen eine flexible Weiterbildung, auch von zu Hause aus.

„Fachkräfte sind gesucht, deshalb lohnt sich der berufliche Neuanfang auch für die Wirtschaft. Rund 75 Prozent unserer Absolventen finden einen Arbeitsplatz“, sagte der Leiter Bildung und Integration, Andreas Brodersen. Um diesen Erfolg zu sichern, unterstützen persönliche Ansprechpartner die Teilnehmer beim Einstieg in den Berufsalltag.

Besonders wichtig sei künftig die Prävention, damit Mitarbeiter gar nicht erst ausfielen, so Geschäftsführer Thomas Windolf. „Unsere Psychologen beraten Arbeitgeber, wie sie Überlastung bei Mitarbeitern erkennen und sie unterstützen können.“

Die gewonnenen Eindrücke nimmt Dr. Brandenburg mit nach Berlin. Im September wird er mit  Abgeordneten anderer Fraktionen die Arbeit der neu eingerichteten Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ aufnehmen. Sie soll Vorschläge erarbeiten, wie das System der beruflichen Aus- und Weiterbildung die Herausforderungen der Digitalisierung meistern kann.

„Wir brauchen auch in Zukunft gute Fachkräfte, die theoretische Innovationen in praktische Anwendungen übersetzen. Dazu wollen wir die berufliche Bildung stärken“, erklärte der FDP-Abgeordnete. Die berufliche Rehabilitation ermögliche leistungsbereiten Menschen nach einem persönlichen Schicksalsschlag einen qualifizierten Neustart in die Arbeitswelt.