12.12
2019

Angebot für Hörgeschädigte erweitert

Tördin Schönfelder unterrichtet interessierte Mitarbeiter der SRH Berufliche Rehabilitation in DGS.

Der Dozent erklärt, aber sie verstehen nicht alles. So geht es Hörbehinderten, die eine Ausbildung in der Welt der Hörenden machen. Die SRH Berufliche Rehabilitation in Heidelberg ändert das: Zwei neue Ausbildungen fördern die Inklusion.

Eigentlich sieht der Unterricht der Maschinenbau-Techniker aus wie immer. Vor der Klasse steht der Dozent. Er erklärt etwas über Geschwindigkeitsmessungen. Doch etwas ist anders. Vor der ersten Reihe sitzt Jasmin Groh und gibt den Unterrichtsinhalt in Gebärdensprache wieder. Wenn die Fragen des Dozenten nicht klar sind, erklärt sie den Inhalt der Fragen nochmal. Wenn etwas wichtig ist, schreibt sie mit.

Jasmin Groh leitet das Team im „Kompetenzzentrum Hören und Kommunikation“. Sozialpädagogen mit Kompetenz in Deutscher Gebärdensprache (DGS) vermitteln jedem Teilnehmer im Unterricht genau das, was er benötigt.

Dabei unterstützen drei Experten, die selbst hörbehindert sind. „Sie kennen schließlich am besten die Herausforderungen im Alltag. Das kann ein hörender Mensch so nicht leisten. Egal wieviel Erfahrung mit hörbehinderten Menschen er mitbringt!“, sagt Jasmin Groh.

Dozentin Diana Piecha bietet Förderunterricht, unterstützt bei der Vorbereitung auf kaufmännische Prüfungen und trainiert die Teilnehmer für die Bewerbung. Außerdem organisiert sie einen speziellen Deutschunterricht für Hörbehinderte.

Psychologe Dr. Oliver Rien ist Ansprechpartner als psychologische Berater, Coach und für Empowerment. Er berät die Teilnehmer, welche technischen Hilfsmittel es gibt. Außerdem zeigt er in Schulungen und Infoveranstaltungen, wie der Einstieg in die Arbeitswelt gelingt. Die gehörlosen Teilnehmer lernen bei den neuen gehörlosen Mitarbeitern auch Lernstrategien und Stressmanagement.

Neue Ausbildungen: Pädagogen mit DGS-Kenntnissen sind gesucht

Tördin Schönfelder ist Dozentin für DGS und unterrichtet hörende Mitarbeiter. „Wir wollen Inklusion fördern und mitgestalten. Denn der Bedarf für Hörgeschädigte ist groß. Deshalb bekommen die interessierten Mitarbeiter auch DGS-Kurse mit dem Ziel, dass sie die Welt der Hörbehinderten besser verstehen. Innerhalb und außerhalb der SRH besteht sehr hoher Bedarf an Sozialpädagogen mit Kompetenz in DGS. Parallel zu dem DGS-Kurs starten ab dem Jahr 2020 zwei neuen Ausbildungen“, erklärt Tördin Schönfelder.

Das Interesse an Gebärdensprache wächst. Deshalb bietet die SRH Berufliche Rehabilitation ab 27. Januar 2020 die Ausbildung zum Dozenten bzw. Lehrer für DGS an. Hörgeschädigte können Hörenden so die Gebärdensprache beibringen. „Viele hörbehinderte Menschen haben nach der Ausbildung nicht den Mut, wirklich DGS zu unterrichten. Sie sollen deshalb bereits in der Ausbildung Schulungen in DGS vorbereiten und durchführen.“

Wer als Hörender Hörgeschädigte unterstützen will, kann ab 2. März 2020 die Ausbildung zum „Inklusionsbeleiter mit DGS-Kompetenz“ in Heidelberg absolvieren. Denn leider gibt es bisher nicht genug pädagogische Fachkräfte, die DGS können.

Ausbildung mit viel Praxis im Unterricht

„Der Kontakt und Austausch mit den hörbehinderten Teilnehmern in der beruflichen Rehabilitation ist ein wichtiger Teil. Die Auszubildenden können sich sofort ein Bild vom Arbeitsalltag machen“, erläutert Tördin Schönfelder das Konzept. „Sie können danach in der Familienbetreuung, im Kindergarten oder der Schule bis hin zur Erwachsenenbildung arbeiten“, sagt Tördin Schönfelder.

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