25.06
2020

Ausbildung als Online-Konferenz

Foto: Die Lehrkraft sitzt am BFW Heidelberg vor ihren PCs mit der Online-Konferenz.

Lehrkraft Mike Mitsch ist über Bildschirm und Headset mit allen Teilnehmern verbunden. (Foto: SRH Berufliche Reha)

Bildungseinrichtungen öffnen nach und nach wieder. Doch manche Teilnehmer müssen zum Schutz ihrer Gesundheit zu Hause bleiben. Sie können trotzdem an der Ausbildung teilnehmen – per Online-Schalte in den Unterrichtsraum.

Auf den ersten Blick sieht alles aus wie immer: Mike Mitsch diskutiert mit seinen Ausbildungsteilnehmern Herausforderungen der IT. Heute geht es um die Funktionsweise von Datenbanken. „Was versteht man unter einem Datenbankmanagementsystem?“, fragt er in die Runde. Ein System, mit denen sich Daten in einer Datenbank organisieren lassen, etwa eine Software zur Kundenverwaltung, kommt die Antwort.

„Ja, richtig, eine Software zur Kundenverwaltung“, wiederholt Mike Mitsch. Das macht er für die Teilnehmer, die er nicht sieht. Ein Teil der Gruppe sitzt nicht im Raum vor dem PC, sondern ist online von zu Hause zugeschaltet.

Seit 11. Juni können bei der SRH Berufliche Rehabilitation in Heidelberg Teilnehmer der Abschlussklassen wieder vor Ort ihre Ausbildung absolvieren. Manche müssen aus gesundheitlichen Gründen zu Hause bleiben. Damit sie nichts verpassen, sind sie über ein Videokonferenztool zugeschaltet. Lehrkraft Mike Mitsch ist über ein Headset mit ihnen verbunden.

Auf dem geteilten Bildschirm der Onlinekonferenz-Plattform sehen alle gleichzeitig das digitale Whitheboard. Dort erscheint jetzt Strich für Strich die Struktur einer Datenbank zur Getränkebestellung. „Nehmen wir an, mehrere Getränke sind in einer Datenbank zunächst über Farbe definiert: Cola ist schwarz, Kaffee auch. Milch und Wasser sind weiß. Dann muss ich noch Eigenschaften über den Geschmack hinzunehmen, um sie eindeutig zuzuordnen“, sagt Mike Mitsch. Dann öffnet er ein Dokument mit Aufgaben. „Datei ist angekommen“, schreibt eine Teilnehmerin von zu Hause im Chat. Jetzt können alle die Aufgaben gemeinsam diskutieren.

Mike Mitsch sammelt von den Teilnehmern wichtige Begriffe und Grundsätze aus der Arbeit von Datenbanken. Wörter wie Primärschlüssel, funktionale Abhängigkeit und Nullwert fliegen hin und her. Dann wird besprochen, was sich hinter einem Begriff genau verbirgt. Die Wortbeiträge wiederholt die Lehrkraft ins Headset-Mikro für die Teilnehmer zu Hause.

Sowohl der Unterricht vor Ort als auch von zu Hause aus habe seine Vorteile, erklärt eine Teilnehmerin. „Natürlich bekommen wir vor Ort mehr von den Gesprächen zwischendurch mit. Aber wenn wir zum Beispiel an Programmiercodes gearbeitet haben, konnte ich mich zu Hause noch besser konzentrieren.“

Lehrkraft Mike Mitsch hat sich an die zusätzlichen Teilnehmer in seinem Ohr gewöhnt. „Trotzdem mag ich es, wenn ich an den Reaktionen unmittelbar sehe, ob etwas verstanden wurde und ich auf Rückmeldungen direkt eingehen kann.“ Eine Lösung wäre, statt eines Headsets die Teilnehmer über ein Raumklangmikro und einen Lautsprecher zu verbinden. Damit die Kommunikation in der Konferenz noch unmittelbarer wird. Die nächste Innovation kommt bestimmt.

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