02.03
2020

Beruflicher Neustart nach psychischen Erkrankungen

Foto: Das Team aus Heilbronn tauscht sich zu RehaStep+ aus

Coline Grobe und Claudius Hinger im Gespräch mit Psychologe Klaus Langohr (Mitte). Foto: SRH Heilbronn

Immer häufiger fallen Mitarbeiter wegen psychischer Erkrankungen aus. Ein neues Programm der Berufsförderungswerke in Baden-Württemberg unterstützt sie dabei, schnell wieder Fuß zu fassen. Die SRH Berufliche Reha ist damit in Heilbronn gestartet.

Ein stressiger Job, Ärger in der Familie oder eine lange Krankheit: Jeder war durch solche Ereignisse schon einmal an der Belastungsgrenze. Doch immer mehr Menschen sind offenbar den Anforderungen zwischen Berufs- und Privatleben dauerhaft nicht gewachsen.

Psychische Erkrankungen sind inzwischen der häufigste Grund für Fehltage im Job und haben überproportional zugenommen. Die wahre Herausforderung beginnt für viele allerdings danach: die Rückkehr in Alltag und Beruf.

„Viele Betroffene haben im Arbeitsleben belastende Erfahrungen gemacht, wie zu hohen Druck oder Mobbing. Dadurch haben sie ungünstige Verhaltensmuster entwickelt: Sie sind fachlich gut, können aber zum Beispiel nur schwer mit Konflikten umgehen oder haben zwischenmenschliche Defizite“, sagt Coline Grobe, Psychologin und Sozialpädagogin an der SRH Berufliche Rehabilitation in Heilbronn.

Das Unternehmen bietet Programme, die Menschen nach am Wohnort dabei unterstützen, beruflich wieder einzusteigen. Zusammen mit den Berufsförderungswerken in Baden-Württemberg hat die SRH Berufliche Rehabilitation das Konzept „RehaStep“ entwickelt. In neun Monaten frischen die Teilnehmer Wissen auf, ermitteln mit Experten passende Tätigkeiten und absolvieren ein Praktikum. Um gezielt bei psychischen Erkrankungen zu unterstützen, wurde „RehaStep+“ geschaffen.

Der Fokus liegt dabei auf zusätzlichem Austausch und einer intensiven Vorbereitung auf den Berufseinstieg. „In Einzelgesprächen und Gruppen besprechen wir schwierige Situationen im Berufsalltag und üben, wie man sie besser lösen kann. Dazu unterstützen wir bei der Ansprache von Arbeitgebern, etwa für einen Praktikumsplatz“, erklärt Coline Grobe. Heilbronn ist einer der ersten Standorte der SRH Berufliche Rehabilitation, der das neue Konzept umsetzt.

Die Teilnehmer von RehaStep und RehaStep+ nehmen gemeinsam an den Veranstaltungen teil. Der Austausch in der Gruppe ermöglicht jedem den Blick über den Tellerrad. „Und es zeigt sich, dass es den Teilnehmern Sicherheit gibt, dass sie Step 1 mit Coaching und Beratung verlängern können, wenn sie noch nicht für den Einstieg ins Praktikum bereit sind“, sagt Standortleiter Claudius Hinger.

In Absprache mit den Kostenträgern weitet die SRH Berufliche Rehabilitation „RehaStep+“ nun auf weitere Standorte in Baden-Württemberg aus, wie Bad Säckingen, Mannheim und Friedrichshafen.

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