22.04
2020

Veränderungen, die bleiben werden

In einem virtuellen Klassenzimmer über die Software Adobe Connect findet in vielen Gruppen der Unterricht statt.

Durch das Coronavirus ist der Unterricht am SRH Berufsförderungswerk Heidelberg fast über Nacht ziemlich digital geworden. Im zweiten Teil unserer Serie werfen wir einen Blick in die IT-Ausbildungen in Heidelberg.

Es ist kurz vor 9 Uhr, Lehrkraft Stefan Nowak betritt den Raum des Videokonferenz- und Schulungstools Adobe Connect. Die 18 Teilnehmenden in der Ausbildung zum Wirtschaftsinformatiker sind bereits einige Minuten vor ihrem Dozenten online und warten gespannt auf den Beginn des Unterrichts.  „Die Teilnehmenden entwickeln eine gewisse Begeisterung für das Tool und freuen sich auf den Unterricht. Es ist mir eine Freude, wenn ich den Raum betrete und schon alle da sind“, sagt Abteilungsleiter Mansur Müller-Brockhausen.

Der Unterricht in Webprogrammierung beginnt und es wirkt, als hätten alle Beteiligten noch nie etwas anderes gemacht. Via Bildschirmfreigabe erklärt der Dozent den Teilnehmenden, welche Programmierschritte heute in verschiedenen Datenbanken angegangen werden. Tafelbilder gibt es im Virtuellen Klassenzimmer auch, dazu blendet Lehrkraft Stefan Nowak über Adobe Connect ein digitales Whiteboard ein und erklärt Schritt für Schritt die Beziehung zwischen Server und Client. „Könnten Sie das Whiteboard bitte an einer anderen Stelle platzieren, es verdeckt den Chat, da hatte noch jemand eine interessante Anmerkung“, fragt ein Teilnehmer, nachdem er virtuell die Hand gehoben hat und von Herrn Nowak das Wort erteilt bekam. Schnell springt das Whiteboard von unten links nach oben rechts im Bildschirm – die Digitalisierung macht es möglich.

Ein weiterer Vorteil: Insbesondere Teilnehmer, die im Unterricht eher zurückhaltend sind und in der Gruppe untergehen, zeigen online oft ihre Stärken. „Die Chat-Funktion wird rege genutzt. Besonders ruhigere Teilnehmer liefern darüber oft interessante Aspekte für den Unterricht“, unterstreicht Müller-Brockhausen. Dabei passen sich die Teilnehmenden sehr rücksichtsvoll an die Gegebenheiten an. Sie beteiligen sich rege am Unterricht, aber niemand spricht durcheinander, das Mikrofon wird erst aktiviert, wenn man durch die Lehrkraft aufgefordert wurde.

Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten in den ersten Tagen läuft der Unterricht in fast allen Gruppen der IT-Ausbildung immer besser und reibungsloser. „Der anfängliche Frust aufgrund technischer Probleme ist inzwischen der Faszination gewichen. Die Kollegen probieren immer neue Funktionen aus und tauschen sich über Verbesserungen aus“,  bestätigt Abteilungsleiter Mansur Müller-Brockhausen.

Die Mitarbeiter halten ihre Teammeetings in der Abteilung ebenfalls virtuell ab. Zu einem festen Bestandteil ist darin der Austausch über die Funktionalitäten der Online-Tools geworden. Die Lehrkräfte diskutieren über Beispiele zu gelungenen interaktiven Inhalten und lösen Probleme gemeinsam. „Oft kommt im Meeting ein Problem auf, das wir nicht direkt lösen können. Aber meist ist der Ehrgeiz der Kollegen so groß, dass bis zur nächsten Besprechung schon eine Lösung gefunden wurde“, berichtet Müller-Brockhausen.

Mit der Umstellung auf Online-Unterricht hat das BFW Heidelberg einen weiteren großen Schritt in Richtung Digitalisierung gemacht, der auch nach dem Ende der Coronakrise wirken soll. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir gewisse Module in genau dieser virtuellen Form fortsetzen werden. Dass das funktionieren kann, haben die letzten Wochen gezeigt“, so der IT-Abteilungsleiter abschließend.

Und der Unterricht wird gemeinsam gestaltet: Für IT-Lehrkraft Stefan Nowak und seine 18 angehenden Wirtschafsinformatiker stellt sich zunächst die Frage, mit welcher speziellen Programmierung es in der zweiten Hälfte des Unterrichts weitergehen soll. Dazu öffnete sich auf den Bildschirmen der Teilnehmenden eine kurze Umfrage. „Ich kann leider nicht auf die Abstimmung klicken, finde aber das erste Thema interessant“, meldet sich eine Teilnehmerin zu Wort. „Das ist kein Problem, dann klicke ich für Sie“, kommt von Stefan Nowak zurück. Das nächste Thema ist gefunden, das Abstimmungsergebnis eindeutig: Jetzt lernen die Teilnehmer, wie eine Sortierfunktion in einer Online-Datenbank programmiert wird.

 

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